Meine Art zu Reisen: “Slow Travel” und das achtsame Entdecken
Du kennst es sicherlich auch. Wenn man in den 20ern ist, besteht Urlaub aus Clubs und Partys.
Bei mir war das insbesondere Tauchen. Aber ich hatte auch schon immer ein Interesse für Kultur und Menschen, an fernen Orten und interessanten Geschichten.
So war ich eigentlich nie komplett ein Teil dieses Ich-war-da-Tourismus, in dem man nur die Party und die Sonne mitnimmt, schnell ein paar Fotos macht und maximal ein paar Bars besucht oder sich nur dem Tauchen und Tanzen hingibt.
Nein. Urlaub musste für mich mit fortschreitendem Alter immer mehr bewusstes Erleben sein.
Die Entschleunigung vom Alltag hin zu einer Erforschung dessen, was nicht jeder schon gesehen hat.
So kam ich zu meiner eigenen Form des Slow Travelling, meiner Form des Erlebens, bevor das Wort überhaupt Mode und neuer Trend wurde.

Lass mich dir etwas davon erzählen, um dich zu inspirieren.
Erst mal ist es wichtig, dass es genau darum geht, das Erleben.
Es ist nicht erfüllend, Sehenswürdigkeiten abzuhaken und nur ein Minimum zu tun. Auch geht es nicht darum, weit wegzureisen.
Slow Travel kann schon an deiner Haustür beginnen.
Nein. Es geht um bewusstes Erleben der Umgebung, authentische Begegnungen und in eine andere Kultur einzutauchen. Ja, in andere Leben, wenn du so willst.
Die Entschleunigung des Reisens
Wie zuvor erwähnt, habe ich teilweise das schon immer in mir gehabt. Aber im April 2022 brach es so richtig aus mir heraus.

Die Trennung von meiner Frau ein paar Monate zuvor war einer der Gründe, weshalb mein Leben eine völlig neue Richtung eingeschlagen hatte.
Ich hatte wieder eine eigene Wohnung und nutze die Zeit, um zu mir selbst zu finden und mein Leben bewusst wahrzunehmen.
In jenem April 2022 kam dann ein Tag, an dem ich mich nicht gut fühlte. Ich war mental erschöpft, körperlich ausgelaugt und irgendwie ergab gerade nichts irgendeinen Sinn.
In meinem Kopf formte sich aber plötzlich ein einfacher Gedanke zur Lösung.
Brich aus, du brauchst eine Luftveränderung.

Seit langer Zeit wollte ich schon immer wieder mal nach Mailand, also dachte ich mir:
Mach es einfach.
Also nahm ich mir etwas Urlaub, suchte mir online ein kleines Hotel, packte ein paar Sachen und fuhr spontan alleine los. Schon bei der Anreise dachte ich mir, als ich sogar die vorbeiziehende Landschaft genießen konnte “Endlich Auszeit vom Alltag”.
In Mailand selbst habe ich nach einer entspannten Fahrt ein herrliches verlängertes Wochenende genossen, habe viele schöne Orte gesehen und mich mit interessanten Menschen unterhalten.
Und das war fast nicht zielgerichtet.
Ich habe mich einfach treiben lassen, wo meine Schritte mich hinführten.

An einem Tag davon sogar über 40.000 Schritte weit, die ich in dieser Menge erst abends überhaupt wahr nahm.
Ich habe dabei etwa einen wunderschönen Friedhof besucht und habe einfach nur im Sonnenschein auf einer Bank gesessen und den Vögeln zugehört. Bewusst erleben und achtsam reisen.
Und das einfach ganz spontan und entschleunigt.
Diese Zeit in Mailand hat mir sehr viel gegeben und ich kam als anderer Mensch zurück.
Es brachte mich auch noch mal zu der Gewissheit, wie wichtig ebendieses bewusste Erleben überhaupt ist.
Warum wird Slow Travel immer beliebter?
„Slow Travel“ wird nach meiner Ansicht immer beliebter, weil es den Reisenden eine tiefere Verbindung zu den Orten und Kulturen ermöglicht, die sie besuchen.

Im Gegensatz zum herkömmlichen Reisen, das oft von Hektik und einer langen Liste von Sehenswürdigkeiten geprägt ist, fördert Slow Travel bisher noch als Nische ein langsameres, bewussteres Erkunden.
Dies erfüllt verschiedene Bedürfnisse von jedem, der heute bewusst reisen will.
So wird aus einer flüchtigen Erinnerung eine viel nachhaltigere Erinnerung.
Ich denke heute bei ähnlichen Konstellationen an diese Begebenheiten oder ich nutze Momente, in denen ich Ruhe brauche, um mich an einige dieser Orte zurückzudenken.
Neben diesem bewussten Erkunden ist aber auch die Authentizität bedeutungsvoll.
Viele Menschen sehnen sich, denke ich, danach, das „wahre“ Leben an einem Ort kennenzulernen, anstatt nur die touristischen Destinationen zu besuchen.

Slow Travel als Form des Reisens bedeutet, in lokale Traditionen einzutauchen, mit Einheimischen in Kontakt zu treten und deren Lebensweise zu verstehen.
Dies führt zu einer reicheren und bedeutungsvolleren Reiseerfahrung und du kommst, wie bei mir mehrfach geschehen, auf deiner Reiseroute auch zu neuen Einsichten über dich selbst.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist auch die Entschleunigung. Verschnaufen und Entspannen.
In einer Welt, die oft von Geschwindigkeit und Stress geprägt ist, suchen viele Reisende nach Möglichkeiten, sich zu entspannen und den Moment zu genießen.
Slow Travel fördert für mich eine entspannte Herangehensweise, bei der die Zeit nicht der entscheidende Faktor ist.
Du kannst einfach spontan entscheiden, länger an einem Ort zu verweilen, die Umgebung zu erkunden und dir Zeit für kleine Dinge zu nehmen, die du sonst wegen all dem Trubel übersehen hättest.
Nachhaltigkeit spielt ebenfalls eine entscheidende Rolle in der zunehmenden Beliebtheit von Slow Travel.

Immer mehr Menschen sind sich der Auswirkungen des Massentourismus auf die Umwelt und die lokale Gemeinschaft bewusst.
Zudem unterstützen Reisende häufig lokale Unternehmen und tragen so zur wirtschaftlichen Stabilität der besuchten Regionen bei. Genieße die lokalen Spezialitäten genau auf dieselbe Weise, wie die Einheimischen es tun.
Zusammenfassend kann ich sagen, dass Slow Travel meinen Bedürfnissen nach Authentizität, Entschleunigung und Nachhaltigkeit gerecht wird und somit, wie ich finde, zu Recht zu einer immer gefragteren Reiseform avanciert.
Ich habe meine persönliche Variante davon für meine Reise-Inspiration gefunden.
Stell dir vor, du kannst deine Erlebnisse bewusster gestalten und eine tiefere Verbindung zu den Orten und Menschen herzustellen, die du besuchst.
Was ist “Slow Travel” genau?
“Slow Travel” ist ein Reisekonzept, das sich auf die bewusste, langsame und nachhaltige Erkundung von Orten konzentriert.

Es geht darum, das Tempo der Reise und auch dich selbst zu drosseln, sich Zeit für Erlebnisse zu nehmen und die Kultur, die Menschen und die Umgebung intensiver wahrzunehmen.
Diese Philosophie steht im Gegensatz zu hektischen Reisen, bei denen in kurzer Zeit viele Sehenswürdigkeiten abgearbeitet, ja fast abgeklappert werden.
Die Philosophie des “Slow Travel
Die Philosophie des “Slow Travel” dreht sich um Achtsamkeit, Nachhaltigkeit und das Eintauchen in die lokale Kultur.

Langsame Fortbewegung
Anstelle von schnellen Transportmitteln wie Flugzeugen oder Hochgeschwindigkeitszügen wird auf umweltfreundliche Alternativen wie Fahrräder, Züge oder Fußwege gesetzt.
Ich selbst bin schon länger an vielen Orten zu Fuß unterwegs und dehne meine Wege und die Kreise immer weiter aus. Ich bin ohnehin jeden Tag draußen, weil mich das ausgleicht, etwas frische Luft zu schnappen.
So verbinde ich das Gewohnte mit dem Neuen und erkunde meine neue Umgebung.
Dabei finden sich so viele schöne Motive und Eindrücke und manchmal tut es auch einfach nur gut, in der Stille der Natur durchzuatmen und nur die eigenen inneren Stimmen und Gedanken zu hören.
Tiefere Verbindung zur Kultur
Lass dich treiben und anregen, länger an einem Ort zu verweilen, um dich mit den Einheimischen zu verbinden.
Es ist sehr lohnenswert, lokale Bräuche zu verstehen und authentische Erfahrungen zu sammeln, sei es durch spezielle Kurse oder Orte, Märkte und Feste.

Nachhaltigkeit
Slow Travel legt Wert auf umweltfreundliche Praktiken, die sowohl den CO₂-Fußabdruck minimieren als auch die lokale Wirtschaft unterstützen.
Dies kann die Wahl von Bio-Restaurants, lokalen Geschäften und nachhaltigen Unterkünften umfassen.
Achtsamkeit und Entschleunigung
Ich halte es für essenziell, das Reisen nicht nur als eine Reihe von Zielen zu sehen, sondern als eine Gelegenheit, den Moment zu genießen und sich auf die Umgebung einzulassen.
Der Weg bringt genauso viel Erkenntnis wie das Ziel selbst, wenn nicht sogar noch mehr.
Die Unterscheidung von anderen Reiseformen
“Slow Travel” unterscheidet sich erheblich von Pauschalreisen oder hektischen Städtetrips.

Pauschalreisen / Reisegruppen
Bei Pauschalreisen werden oft vorgeplante, standardisierte Programme angeboten, die wenig Raum für individuelle Erlebnisse lassen.
Reisende bewegen sich in Gruppen und haben wenig Kontakt zur lokalen Kultur.
Dieses Konzept der geführten Reisen war tatsächlich nie mein Ding.
Ich kann es verstehen, wenn Menschen sich durch eine gewisse Linie führen lassen wollen.
Aber ich selbst war immer zu sehr Freigeist für diese Art des Reisens.
Ich entdecke einfach zu gern abseits des Weges.
Städtetrips / Sightseeing
Städtetrips hingegen konzentrieren sich häufig darauf, in kurzer Zeit viele Sehenswürdigkeiten abzuklappern, ohne die Möglichkeit, die Stadt wirklich zu erleben.

Auch diese Art findet bei mir nicht direkt Anklang.
In gewissem Maße tut das wahrscheinlich jeder, wenn er eine Stadt besucht. Aber ich suche mir lieber ein paar Ziele raus und mache sie so, wie ich möchte. Anstatt möglichst viele Ziele abzuarbeiten, ohne sie wahrzunehmen.
Und wenn ich mich an einem Ort so wohlgefühlt habe und ich so viel Interessantes entdeckt habe, empfinde ich das auch als absolut wichtig und richtig.
Ich mag dadurch vielleicht ein anderes Ziel nicht mehr erreichen können, aber das ist auch völlig in Ordnung.
Qualität ist wichtiger als Quantität.

Es kommt für mich auf das Erleben an, nicht von Ziel zu Ziel zu rennen.
Einfach gesagt ist es völlig in Ordnung, wenn du den ganzen Tag neben einem schönen Brunnen sitzt.
Solange du dich dort wohlfühlst, kann dieser eine Brunnen eine viel interessantere und bewusstere Erfahrung sein als 10 andere Ziele zusammen.
“Slow Travel” zielt einfach darauf ab, weniger Ziele anzusteuern und diese dafür intensiver zu erleben.
Es geht nicht darum, eine To-do-Liste abzuarbeiten, sondern darum, einen Ort zu fühlen und zu verstehen.
Die Nischen-Destinationen: 3 Beispiele verborgener Schätze
An dieser Stelle zeige ich dir einfach mal 3 Beispiele verschiedener Art. Um dir einen Eindruck davon zu geben, wie ich Ziele bestimme, die sich für meine Art des Slow Travel eignen, wenn mich die Reiselust packt.
Badonviller, Frankreich – Natur, Geschichte & Ruhe in Lothringen
Badonviller ist ein kleines, charmantes Städtchen im Département Meurthe-et-Moselle, nahe den Vogesen.

Ich habe in meinem Artikel über Donon schon geschildert, wie ich dorthin kam.
Manchmal reicht es, sich die Landkarte anzusehen und einfach einen Ort aufzusuchen, der dich direkt angesprochen hat.
Du wirst oft dafür belohnt. Folge einfach deiner Intuition und finde für dich die Essenz des Reisens.
Ich hatte keine großen Erwartungen, aber als ich dann am Ufer des Lac de Pierre-Percée stand, umgeben von Stille, wusste ich: Genau das hatte ich gebraucht.
Es ist ein perfektes Ziel für Slow Travel, weil es fernab vom Massentourismus liegt und eine Mischung aus Natur, Geschichte und ländlichem Leben bietet.
Was macht Badonviller besonders?
- Umgeben von dichten Wäldern, sanften Hügeln und klaren Seen, perfekt für Wandern & Radfahren.
- Geprägt von einer bewegten Geschichte – besonders durch die Kämpfe im Ersten Weltkrieg, die hier stattfanden.
- Eine sehr entschleunigte Atmosphäre, ideal für alle, die Natur und Ruhe genießen wollen.

Slow-Travel-Erlebnisse in Badonviller
Natur pur:
- Lac de Pierre-Percée – Ein malerischer Stausee mit Wanderwegen und ruhigen Plätzen zum Entspannen.
- Vogesen-Ausläufer – Perfekt für Slow-Hiking und das Entdecken versteckter Pfade.
Kultur & Tradition:
- Festival de la Saint Maurice (September) – Ein traditionelles Fest mit Musik, Essen und regionalen Produkten.
- Töpferei-Workshops – Die Region hat eine lange Keramiktradition, und es gibt Möglichkeiten, selbst kreativ zu werden.

Kulinarik:
- Kleine, familiäre Auberges, in denen du lokale Spezialitäten wie Quiche Lorraine oder Wildgerichte probieren kannst.
Perfekt für dich, wenn du gerne abseits der bekannten Wege reist, die Natur liebst und dich für französische Dorfkultur & Geschichte interessierst.
Santa Maria del Focallo, Italien – Weite Strände & mediterrane Gelassenheit
Santa Maria del Focallo ist ein echter Geheimtipp auf Sizilien. Gelegen in der Nähe von Ispica und Pozzallo, ist es ein Ort für alle, die das ursprüngliche Süditalien erleben wollen.

Santa Maria del Focallo half mir in einer schweren persönlichen Phase.
Die langen Spaziergänge an den endlosen Stränden ohne Hotelburgen und die Sicht der Grotten haben mir sehr viel Ruhe gegeben, hier am gefühlt äußersten südlichen Ende unseres bekannten Kontinentes Europa.
Ich persönlich hatte das Gefühl, an diesem einen Ort alles im wahrsten Sinne des Wortes hinter mir zu lassen und nur noch die endlosen Weiten des Meeres vor mir zu haben.
Was macht Santa Maria del Focallo besonders?
- Kilometerlange Sandstrände ohne Hotelburgen und Privatstrände, ideal für ausgedehnte Spaziergänge und entspannte Tage am Meer.
- Ein noch unberührtes Fleckchen Siziliens, ohne große Hotelanlagen oder Massentourismus.
- Die Nähe zu den Barockstädten Modica, Noto und Ragusa, perfekt für Tagesausflüge.

Slow-Travel-Erlebnisse in Santa Maria del Focallo:
Natur & Meer:
- Kitesurfen & Windsurfen – Dank stetiger Winde ein Top-Spot für Wassersport.
- Oliven- & Weingüter besichtigen – Lokale Produzenten laden oft zu Verkostungen ein.
Kultur & Feste:
- Sagra del Pesce (August) – Ein traditionelles Fischfest mit fangfrischen Meeresfrüchten und sizilianischer Musik.
- Barock-Tour durch Modica & Noto – Schlendere durch die beeindruckenden Altstädte mit ihrer Architektur.

Kulinarik:
- Modicanische Schokolade – Santa Maria del Focallo liegt nahe Modica, wo du die berühmte kalt verarbeitete Schokolade probieren kannst, die ich in meinem Artikel über Modica bewusst so ausführlich gewürdigt habe.
- Arancini & Granita – Klassiker der sizilianischen Küche, perfekt für heiße Sommertage. Auch Fast Food kann Slow Food werden.
Perfekt für dich, wenn du einen entspannten Strandurlaub ohne Massentourismus, gepaart mit sizilianischer Kultur & Kulinarik, suchst.
Schopfheim, Deutschland – Schwarzwald-Idylle mit Geschichte
Schopfheim liegt im Südschwarzwald und ist eine der ältesten Städte in der Region.

Es ist ein ideales Ziel beim Slow Tourism, weil es eine authentische Mischung aus Natur, Geschichte und Genuss bietet.
Schopfheim steht für mich in meinen vielen Aufenthalten für Ausgleich.
Ich habe lange in Basel gearbeitet und den Stress des Jobs konnte ich hier ausgezeichnet ausgleichen.
Man verlässt einfach das Hotel und geht querfeldein in den Schwarzwald.
Und keine Sorge, du gehst dabei nicht verloren, trotz der Magie des Schwarzwaldes.
Was macht Schopfheim besonders?
- Mittelalterliche Altstadt mit charmanten Fachwerkhäusern.
- Perfekter Ausgangspunkt für Wanderungen im Schwarzwald.
- Direkte Nähe zur Schweiz – Tagesausflüge nach Basel oder ins Rheintal sind möglich.

Slow-Travel-Erlebnisse in Schopfheim:
Natur & Entspannung:
- Wanderungen zur Burgruine Rötteln – Eine der größten Burgruinen in Südbaden, mit toller Aussicht.
- Schwarzwald-Panoramaweg – Ein Wanderweg mit spektakulären Blicken über das Rheintal.
Kultur & Tradition:
- Schopfheimer Fasnacht (Februar/März) – Einer der bekanntesten Fasnachts-Umzüge in Baden, mit farbenfrohen Kostümen.
- Heimatmuseum Schopfheim – Spannende Einblicke in die Geschichte und das ländliche Leben im Schwarzwald.

Kulinarik:
- Badische Weinstuben & Brauereien – Perfekt für gemütliche Abende mit regionalen Spezialitäten.
- Schwarzwälder Kirschtorte – Ein Klassiker, den du in einem der kleinen Cafés genießen kannst.
Perfekt für dich, wenn du das ursprüngliche Baden & den Schwarzwald erleben willst, mit Wanderungen, regionaler Küche und lebendiger Tradition. Teile auch gern deine Tipps für achtsames Reisen.
Achtsamkeit: Die Reise als innere Erfahrung
Achtsamkeit in den Reisealltag zu integrieren, kann eine transformative Erfahrung sein, die nicht nur den äußeren Rahmen der Reise bereichert, sondern auch die innere Perspektive verändert.
Hier sind einige Ansätze, wie du Achtsamkeit in deine Reisen einfließen lassen kannst:
Meditation und Atemübungen

Egal, wo du dich befindest, eine kurze Meditations- oder Atemübung kann dir helfen, im Moment anzukommen.
Suche dir einen ruhigen Ort, sei es am Strand, im Park oder in deinem Hotelzimmer, und widme ein paar Minuten der Stille.
Schließe die Augen, atme tief ein und aus und lasse die Gedanken vorbeiziehen, ohne ihnen zu viel Aufmerksamkeit zu schenken.
Diese Praxis kann dir helfen, Stress abzubauen und eine tiefere Verbindung zu deiner Umgebung herzustellen.
Naturerlebnisse bewusst erleben

Gehe auf Entdeckungsreise in der Natur und nimm dir Zeit, um die kleinen Dinge zu schätzen.
Höre auf das Zwitschern der Vögel, spüre die Texturen von Blättern und Steinen unter deinen Fingern und beobachte die Farben und Formen um dich herum.
Versuche, jeden Sinn zu aktivieren: Was hörst du? Was riechst du? Was schmeckst du?
Indem du deine Sinne schärfst, kannst du die Schönheit der Natur intensiver wahrnehmen und die Reise als tiefere Erfahrung erleben.
Den Moment genießen

Um den Moment bewusst zu genießen, kannst du kleine Rituale in deinen Reisealltag einbauen.
Setze dich zum Beispiel an einen besonderen Ort, nimm dir Zeit für eine Tasse Tee oder Kaffee und reflektiere über deine Erlebnisse des Tages.
Halte inne und frage dich, was dir Freude bereitet hat, was du erfahren, gesehen oder was du gelernt hast.
Ein achtsames Reisetagebuch zu führen, hilft mir nicht nur unterwegs, Momente bewusst zu erleben.
Selbst Monate später blättere ich zurück und kann mich sofort an den Geruch der Pinien in Santa Maria del Focallo erinnern.
Auch ist es ein Grund, warum ich diesen Blog vor nun beinahe einem Jahr angefangen habe.
Nicht nur um dich mitzunehmen und dich an meinen Erfahrungen und Erlebnissen teilhaben zu lassen, was ich sehr gerne tue.
Es geht auch darum, mich selbst dorthin zurückzuversetzen und meinen Horizont damit immer wieder neu zu erforschen.
Slow Travel und persönliches Wachstum

“Slow Travel” bietet nicht nur eine Reiseform, sondern auch eine Philosophie, die dir ermöglicht, bewusster und intensiver zu erleben und damit auch zu leben.
Indem du dir Zeit nimmst, die Orte und Menschen, die du besuchst, wirklich kennenzulernen, kannst du tiefere Verbindungen aufbauen.
Diese Art des Reisens fördert deine Wahrnehmung, deine innere Ruhe und Gelassenheit und schafft nach meiner persönlichen Erfahrung einen viel langlebigeren Erholungseffekt.
Praktische Tipps für deinen eigenen Weg als “Slow Traveller”
Reisezeit und Planung

Wähle die Nebensaison
Reise außerhalb der Hauptreisezeiten, um überfüllte Touristenziele zu vermeiden und authentischere Erlebnisse zu genießen.
Das ermöglicht einen intensiveren Kontakt mit der lokalen Kultur.
Länger bleiben
Plane Aufenthalte von mindestens einer Woche an einem Ziel, um die Umgebung in Ruhe zu erkunden und nicht ständig von Ort zu Ort zu hetzen.
So kannst du den Ort, die Atmosphäre und den Lebensstil der Region viel besser wahrnehmen.

Transportmittel
Wenn möglich, nutze lokal öffentliche Transportmittel oder das Fahrrad.
Diese Transportmittel bieten nicht nur eine bessere Gelegenheit, die Landschaft zu genießen, sondern ermöglichen auch spontane Stopps und Begegnungen.
Zu Fuß erkunden
Entdecke neue Städte und Dörfer zu Fuß. Ich mache im Urlaub immer sehr viele Schritte und das völlig entspannt.
So kannst du etwa versteckte Ecken und lokale Geschäfte entdecken, die du mit dem Auto oder Bus möglicherweise übersehen könntest.

Das Thema Unterkunft
Lokale Unterkünfte wählen
Entscheide dich für kleine Pensionen, Bed-and-Breakfasts oder Ferienwohnungen anstelle von großen Hotels.
Diese bieten oft einen persönlicheren Service und die Möglichkeit, mit den Gastgebern in Kontakt zu treten.
Haus tauschen
Überlege dir mal, ein Haus oder eine Wohnung mit jemandem zu tauschen.
Dies kann nicht nur kostengünstig sein, sondern bietet auch die Chance, in das Leben der Einheimischen einzutauchen.
So kann es dir einfach traumhafte Übernachtungsmöglichkeiten weit abseits des Massentourismus geben.
Flexibilität und Spontaneität

Sei offen für Veränderungen
Sei immer bereit, deine Pläne anzupassen. Wenn du von einem Ort begeistert bist, bleib länger, oder wenn du einen Tipp von einem Einheimischen erhalten hast, folge diesem.
Oft sind es die unerwarteten Begegnungen, die Ihre Reise unvergesslich machen.
Das ist mir schon mehr als einmal passiert, weshalb ich auf meinen Reisen auch oft die Einheimischen direkt frage und nach Spots suche, wo die Einheimischen hingehen.
Einer meiner besten Tipps. Was die Einheimischen mögen und die Lokalitäten, die sie aufsuchen, sind es wert.
Vergiss nicht, dass diese Menschen es jeden Tag haben können oder auch nicht und sich bewusst dafür entscheiden, dort essen zu gehen.
Genauso wie du bei dir zu Hause auch in Lokale gehst, in denen dir das Essen schmeckt. Probiere es einfach aus.
Besuche lokale Events
Informiere dich über lokale Veranstaltungen, Märkte oder Feste.
Diese Gelegenheiten bieten nicht nur Einblicke in die Kultur, sondern auch die Chance, mit Einheimischen in Kontakt zu treten.
Und keine falsche Scheu. Du erlebst sehr viele offene Menschen, die sich darüber freuen, wenn man sich für sie und ihre Kultur interessiert.
Kontakt zu Einheimischen

Lerne die Sprache
Ein paar grundlegende Sätze in der Landessprache zu lernen, kann Wunder wirken.
Es zeigt Respekt und öffnet Türen zu Gesprächen mit Einheimischen.
Ich erlebe immer wieder das Entgegenkommen.
Wenn ein Mensch mit einer anderen Muttersprache merkt, dass du in seiner Sprache, die du nicht perfekt kannst, dich trotzdem bemühst, mit ihm zu kommunizieren, dann kommt er dir oft auf der Hälfte entgegen.
Stell es dir so vor, dass jemand, den du nicht kennst, deinetwegen mit dir in deiner Sprache kommuniziert.
Das ist doch eine Ehrung und die bleibt selten unvergessen nach meiner Erfahrung.
Und du bekommst dabei immer wieder wertvolle Tipps, wenn dir jemand seine Abenteuer erzählt.
Essen in Gesellschaft
Essen ist ein hervorragender Weg, um mit Menschen in Kontakt zu treten.
Versuche, in lokalen Restaurants zu essen oder an Kochkursen teilzunehmen.
Oft sind die besten Geschichten und Tipps von den Köchen oder anderen Gästen zu hören.
Respekt für die lokale Kultur

Akzeptiere, was du siehst
Manchmal können dir Orte, Begebenheiten oder Gewohnheiten an fernen Orten sehr komisch vorkommen, die für die Menschen vor Ort völlig normal sind und ungewohnt für dich.
Keiner von uns muss den Weltverbesserer geben und so ein Kulturschock kann sehr praktisch sein.
Also nicht alles werten, was du siehst und hörst. Geh erst den Dingen auf den Grund, bevor du wertest.
Wenn du locker an die Dinge herangehst, gibt es deinem Urlaub viel mehr Würze und sorgt auch für den einen oder anderen Lacher.
Sei offen für andere Ansätze
Die Folge aus dem ersten Punkt.
Schau dir an, wie andere gewisse alltägliche Dinge erledigen. Auch wie sie kochen und wie sie leben.
Jeder von uns kann durch solche Ansätze tolle Dinge lernen, die die eigene Lebensqualität verbessern können.
Der zweite Punkt ist, dass das Ganze sogar zu einer Win-win-Situation führen kann, wenn du und die anderen voneinander lernt.
Mein Fazit: Die Kunst des langsamen Reisens – Dein nächstes Abenteuer wartet schon
Drei Orte, drei völlig unterschiedliche Atmosphären – und doch haben sie für mich eines gemeinsam: Entschleunigung, Echtheit und unvergessliche Erlebnisse.

Aber Slow Travel bedeutet eben gerade nicht, dass du ans andere Ende der Welt reisen musst.
Es geht um das Erleben, nicht um die Entfernung.
Manchmal reicht es, einfach die Perspektive zu wechseln – ein Wochenende in einem kleinen Dorf, ein Spaziergang durch ein Naturschutzgebiet, ein Tag am See ohne Eile und ohne Plan.
Also, wann hast du dir das letzte Mal Zeit genommen, einen Ort wirklich zu entdecken?
Vielleicht wartet dein nächstes Slow-Travel-Abenteuer als Gegenentwurf deines Alltags sogar direkt vor deiner Haustür.
Die Anreise darf ruhig kurz sein. Es muss nur außerhalb deiner Komfortzone liegen.
Das schont dann sogar noch deinen ökologischen Fußabdruck.
Ich wünsche dir viel Erfolg bei der Suche nach deinem eigenen Weg des Reisens und des Abenteuers.
Viel Spaß beim Reisen und Entdecken
Florian
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