Basel – Auf Flüstertour in der Stadt der Medizin
Hier die Hörversion und der Beitrag auf Youtube
Grüezi,
und willkommen zu diesem ersten Stück in Florians Reisemosaik.
Den Anfang macht heute die Stadt Basel in der Nordwestschweiz am Dreiländereck.
Eine Stadt, in der ich mehrere Jahre gearbeitet habe. Aber auch wenn ich mittlerweile nicht mehr dort tätig bin, werde ich immer wieder gern nach Basel reisen. Warum?
Lass dich entführen auf die kleine Städtereise Basel, eine Flüstertour zu den leiseren Orten und der Welt abseits der Türme und Museen.
Man hat in Basel, wie ich finde, schon im Stadtbild eine schöne Symmetrie zwischen Tradition und Neuem, zwischen Geschichte und Moderne. Da stehen avantgardistische Bauten im Kontrast neben alten Stadthäusern und Kirchen und eine urige Straßenbahn hält quietschend vor Gebäuden aus Beton und Glas direkt am Rhein.
Es ist einfach der Eindruck, den die Stadt vermittelt. Das scheint wohl ein Aspekt der Schweizer Mentalität an sich zu sein. In der Mitte und neutral zwischen den „Seiten“ zu sein.
Und dieses gelebte Gefühl spürt man meiner Meinung nach sehr deutlich, wenn man in Basel Urlaub macht oder die Region besucht. Dazu kommt die Lage an der Grenze zu Frankreich und Deutschland.
Wenn wir gerade von Gefühl sprechen, natürlich sind da auch die Menschen in und um die Gebäude herum.
Mir hat man immer wieder vermitteln wollen, die Schweizer sind unnahbar und etwas speziell.
Gut, in gewissem Sinne sind wir das wahrscheinlich alle auf unsere Weise.
Für mich war es eine positive Begegnung.
Ich empfinde die Schweizer als hilfsbereite und freundliche Menschen.
Okay, von ein paar verrückten Radfahrern abgesehen. 😉
Sie sind gelassen und offen, auch wenn sie natürlich den Umgang mit den vier sie umgebenden Nationen gewohnt sind.
Und ich empfinde ihre Sprache als verständlich, wenn man sich darauf einlässt und auch genau hinhört.😊
Sehenswertes in Basel und Einblicke in die Geschichte
Natürlich kann ich aufgrund der Vielzahl der Möglichkeiten bei unserer Tour, unserem Citytrip, nur auf die für mich bei meinen Streifzügen besonderen Punkte eingehen.



Meine Ziele sind immer die Orte abseits der Orte. Manchmal wahrscheinlich auch touristisch geprägt oder zählen zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten, aber nicht jeder hat diese Orte gleich auf dem Radar.
Die Lage
Basel als eigenes Kanton liegt direkt am sogenannten Rheinknie, an einer Kurve des Flusses.
Dieser fließt vom Bodensee und dem Fall bei Schaffhausen herkommend durch Basel und schwenkt dann scharf Richtung Norden ab, um einige Hundert Kilometer zwischen Deutschland und Frankreich Richtung Norden zu fließen.
Dieser Bogen sieht von oben wie ein Knie aus, daher der Name.

Es liegt also direkt am Schnittpunkt der drei Länder Schweiz, Frankreich und Deutschland.
Durch seine Lage und die Einflüsse des Windes hat es ein beinahe mediterranes Klima.
Der Basilisk und seine Bedeutung
Bei meinen Besuchen in Basel erzählte man mir vom Basilisken, dem Wappentier.
Um ihn ranken sich viele Legenden und tatsächlich sieht man Darstellungen überall in der Stadt.
Dabei wurde mir erzählt, es gäbe auch einen Zusammenhang im Namen. Basilisk = Basel
Ich habe deswegen gleich damals recherchiert, wie das zusammen hängen kann.
Die Historiker fanden keinen belegten Zusammenhang.
Sie gehen davon aus, der Volksglaube hat die beiden Begriffe zusammen gebracht.
Weitere Spekulationen gehen davon aus, dass der Name Basel aus dem Keltischen für Burg oder dem Römischen für Herrscher stammen kann.
Aber belegt ist auch das nicht. 🤓
So kann jeder von uns glauben, was für ihn am wahrscheinlichsten ist.
Mir persönlich gefällt die Verbindung zu einem mystischen Geschöpf.
Das Rhein-schwimmen
Eine weitere spannende Tradition in Basel ist das sogenannte Rhein-Schwimmen, das die besondere Beziehung der Stadt zu ihrem Fluss zeigt.
Die Einheimischen betrachten es als einen Teil Ihrer Identität.
Es gibt im Sommer sogar ein besonderes Event, bei dem sich Einwohner und Touristen gemeinsam in die Fluten stürzen.
Die Tradition selbst hat ihre Wurzeln in der alltäglichen Nutzung des Flusses als Transportweg.
Schon im 19. Jahrhundert nutzten Arbeiter den Fluss, um sich nach einem Arbeitstag abzukühlen und schnell nach Hause zu gelangen. Sie nutzen den Fluss also als Abkürzung.

Dabei trugen sie den sogenannten und in Basel erfundenen „Wickelfisch“ bei sich, einen schwimmenden Sack für die Kleidung und Wertsachen.
Man muss sich das vorstellen.
Da sitzen wir heute in unserem Zug, unserem Auto oder gehen zu Fuß nach Hause, während die Bewohner der Vergangenheit einfach heim schwammen.
Und dabei ist er bei Weitem kein ungefährlicher Fluss. Zumal er auch für den Schiffsverkehr genutzt wird. Schon komisch, aber auch aufregend, was wir Menschen manchmal so tun.
Die Einheimischen selbst sagen, dass sie dort schwimmen, wann sie wollen. Selbst im Dezember.
Ich habe es daher auf meiner To-do-Liste für eine zukünftige Reise nach Basel, auch einmal dort schwimmen zu gehen. Ob es allerdings im Dezember sein wird, lasse ich an dieser Stelle mal offen.😎
Die Altstadt Großbasel
Basel hat abseits des Verkehrs und der Innenstadt eine sehr interessante Altstadt im Stadtteil Großbasel gegenüber von Kleinbasel auf der Südseite des Flusses.
Besonders charmant finde ich hier die mittelalterlichen Gassen, kleinen Geschäfte und Restaurants und Cafés.
Man hat das Gefühl, in eine vergangene, aber lebendige Welt einzutauchen, wenn man die Schritte am Hang aufwärts geht.
Das rote Rathaus
Ja, auch Basel hat eins. Ein rotes Rathaus, das im 16. Jahrhundert erbaut wurde.



Wenn man über den Platz auf das Rathaus zu und dann unter den Bögen hindurch in den Innenhof tritt, erblickt man zu allen Seiten Skulpturen und prächtige Verzierungen.
Als ich dort hinkam, fühlte ich mich in den Orient versetzt, so als würde ich im fernen Südosten die Gegend erkunden. Wer dort ist, sollte unbedingt in den Innenbereich einen Blick werfen.
Das Münster
Wenn man den Weg auf den Hügel dann absolviert hat, tritt man auf den Münsterplatz mit dem beeindruckenden Basler Münster.

Der Flüsterbogen
Jedes historische Gebäude hat seine kleinen Geschichten und beim Basler Münster finde ich eine davon besonders charmant.
Den Flüsterbogen bzw. Flüsterspiegel.
Versetze dich ins ferne Mittelalter zurück.
Zu dieser Zeit war es normal, dass sich zukünftige Eheleute vor der Hochzeit nicht sehen oder auch nur miteinander sprechen durften.
Sie sollten rein und unbedarft in die von ihren Eltern abgesprochenen Ehen gehen.
Jetzt denkst du dir sicher. Ich soll jemanden heiraten, mit dem ich noch nie auch nur ein Wort gewechselt habe?
Dafür gibt es den Flüsterbogen. 😶
Er befindet sich unter dem linken Turm des Münsters, dem Georgsturm an einer Tür mit Rundbogen.
Stell dir jetzt vor, du stellst dich an die eine Seite der Tür und flüsterst etwas in den Bogen. Die Person auf der anderen Seite kann es hören und dir antworten.
So konnten sich die Verlobten leise miteinander unterhalten, ohne die offiziellen Vorgaben zu ignorieren. Dabei sehen sie sich nicht und berühren sich nicht.
Einfach und intelligent nach dem Motto: Drum prüfe, wer sich ewig bindet.
Wenn du dort bist, geh gern hin und flüstere mal Probe. Ich habe es auch getan. Es ist erstaunlich, wie deutlich man die andere Person hört. 😎
Wir Menschen finden immer wieder neue Wege.
Der Basler Zoo
Ein weiterer besonderer Ort in Basel ist für mich der Zoo.



Dort haben mich bei meinen Besuchen immer wieder zwei Dinge angesprochen.
Zuerst muss man sich das so vorstellen, dass die Anlage mitten in der Stadt liegt.
Man hat also keine Distanz zu Wohngebieten, sondern die ersten Hausfassaden sind direkt hinter den Wipfeln der Bäume und den Zäunen zu sehen.
Ich stelle mir das so vor, als lebe man mit Elefanten. Affen und anderen Tieren in direkter Nachbarschaft.
Ein Stück Exotik mitten in der Stadt.

Der zweite Punkt sind die Baseler Weißstörche.
Ich denke mir gerade, was du dich jetzt wohl fragst. Wieso Störche?
Ja, die Einrichtung spielt eine wichtige und wie ich finde sehr besondere Rolle bei den schweizerischen Weißstörchen. Diese waren in den 1950er Jahren nahezu ausgestorben.
Da begann man in Basel ein konzentriertes Zuchtprogramm mit der anschließenden Freilassung in die Natur und schaffte somit eine Wiederbelebung des Artenbestandes in dieser Region und ganz Europa.
Einfachheitshalber sind aber nicht alle Tiere davongeflogen, sondern gleich dort geblieben. 😄

Und so ist ein besonderes Merkmal seine frei fliegenden Störche und ihre Nester auf den umliegenden Bäumen.
Man mag an sich gegen zoologische Einrichtungen vielleicht gewisse Vorbehalte haben.
Aber dieses Beispiel zeigt für mich, dass diese Institutionen auch sehr viele wichtige Beiträge leisten, z. B. in der Bildung und dem Bewusstsein für die Tiere leisten können.
Tipps für deine Reise
Hier noch ein paar persönliche und kulinarische Tipps für dich und deine Städtereise in die Stadt am Rhein.



Basel lohnt sich
Ob du durch das Spalentor schlenderst, die Altstadt rund um das rote Rathaus erforschst, auf der mittleren Brücke oder am Rheinufer spazieren gehst, in die Kunstszene eintauchst, genieß die Momente und genieße die Entschleunigung.
Die Stadt bietet natürlich mit ihren über 40 Museen, vielen Galerien, der Basler Fasnacht, dem botanischen Garten und dem Theater Basel noch sehr viel mehr Interessantes, um in einer aufregenden Städtereise nach Basel zu kommen.
Wenn du kunst- und kulturinteressiert bist und die Welt der Art Basel kennenlernen willst, gebe ich dir noch den Tipp, die Museen Jean Tinguely und Fondation Beyeler zu besuchen.
Kunst liegt natürlich immer im Auge des Betrachters, aber ich fand, beide Museen haben auch den passenden Rahmen dazu.
Der Schweizer Wurstsalat
Du denkst wahrscheinlich, du hast einen Begriff vom Schweizer Wurstsalat.
Das dachte ich auch, bis ich hier eines Besseren belehrt wurde.
Im Braunen Mutz am Barfüßer Platz, nur einige Minuten vom Kunstmuseum Basel entfernt, habe ich einen traditionellen Salat gegessen, der seitdem für mich in dieser Weise seinesgleichen sucht.
Ich werde ihn in mir sicher auch ein weiteres Mal munden lassen.
Mittags im beschaulichen Innenhof
Besonders zum Mittagessen aber auch zum Abend kann ich das Restaurant 100 in der Güterstraße schräg gegenüber dem Basel SBB nur empfehlen.
Das Essen ist sehr lecker und die Leute immer freundlich und zuvorkommend.
Das Restaurant verfügt auch über einen kleinen schön gestalteten Innenhof, in dem man etwas abgeschieden vom Straßenlärm in Ruhe sitzen und genießen kann.
Neben den Standardgerichten gibt es auch immer wieder wechselnde Tagesgerichte.
Essen aus aller Welt in historischem Ambiente
Die kleine, aber feine alte Basler Markthalle aus dem Jahr 1929 an der gleichnamigen Brücke bietet in ihrem Charme eine Vielzahl von unterschiedlichen Gerichten aus vielen Ländern.
Ich hatte den Eindruck, dass dort hauptsächlich gutes asiatisches Essen feilgeboten wird.
Ich habe dort mehrfach qualitativ ausgezeichnetes und preiswertes Essen bekommen.
Die beste Zeit ist auch hier die Zeit kurz vor oder kurz nach der normalen Mittagspause.
Hotels
Ich habe bei meinen vielen Aufenthalten in mehreren Hotels in der Stadt und dem Umland logiert und kann dir damit raten.
Entscheide nach deiner Situation.
Es kam für mich darauf an, ob ich in der Stadt mit oder ohne öffentliche Verkehrsmittel gereist bin und ob ich gerade City und Trubel wollte oder nicht.
Hotels in Basel-Stadt
Die Hotels in der Stadt sind nach normalem schweizerischem Niveau preisintensiver als das Umland.
Hier solltest du immer schauen, ob du über das Web günstiger buchen kannst.
Du kannst aber natürlich auch direkt beim Check-in schauen und dir einen Preis anbieten lassen.
Man hat aber durch die Lage Zugriff auf die pulsierende Stadt und kann sich mit der Tram einwandfrei in der Stadt bewegen.
Hotels im Umland von Basel
Wenn man aber mit dem Auto vor Ort ist und sich auch für das Umland interessiert, oder nach dem Trubel der Stadt etwas Beschaulichkeit sucht und die Seele baumeln lassen möchte, ist das Umland sehr interessant.
Im Dreiländereck gibt es viele schöne Hotels, z. B. im Südschwarzwald bei Lörrach oder Richtung St. Louis in Frankreich.
Diese Hotels sind meist günstiger als in der Schweiz, liegen teilweise direkt am Rhein auf der anderen Seite und du kannst ebenfalls online buchen.
Man muss auch keinen langen Reiseweg zurück nach Basel einzuplanen, da man z. B. von Weil am Rhein aus kurzfristig wieder im Zentrum der Stadt ist.
Wer also City Feeling möchte oder öffentlich unterwegs ist, findet schöne und safe Hotels in der Stadt.
Wer aber etwas Ruhe und Beschaulichkeit für sein Nachquartier sucht, findet eine Unterkunft in verschiedene Hotels im direkten Umland der Stadt.
Ich hoffe dir hat dieser erste Stein in meinem Reisemosaik gefallen und dich neugierig gemacht auf Basel und die weiteren Steine, die bald kommen werden.
Danke für deine Aufmerksamkeit und Begleitung bei unserer Flüstertour durch Basel.
Viele Grüße
Florian
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